Schlagwörter

, , , ,

Kommunikation ist sowohl im „richtigen“ Leben als auch virtuell wohl DAS zentralste Thema (von uns Menschen) überhaupt. Welches Verständnis von Kommunikation ich persönlich besonders interessant finde, darüber habe ich bereits einmal geschrieben.

Die Beschäftigung mit diesem umfangreichen und komplexen Themenfeld hat mich zur Gewaltfreien Kommunikation von Marshall B. Rosenberg (kurz „GFK“) geführt. Das hat Spuren hinterlassen – in meinem Herz, in meinen Gedanken und in meinen Handlungen – daher möchte ich euch gerne ein wenig über diese Art von Kommunikation erzählen, weil ich darin irrsinniges Potenzial für zum Beispiel folgende Bereiche sehe:

  • Anregung der Selbstreflexion
  • Ausbau der Empathiefähigkeit gegenüber uns selbst und anderen
  • Vermeiden und Lösen von Konflikten

„Gewaltfreie Kommunikation geht davon aus, dass der befriedigendste Grund zu handeln darin liegt, das Leben zu bereichern und nicht aus Angst, Schuld oder Scham etwas zu tun. Besondere Bedeutung kommen der Übernahme von Verantwortung für getroffene Entscheidungen zu sowie der Verbesserung der Beziehungsqualität als vorrangigem Ziel.“ (Rosenberg 2013, S. 1)

Dem liegen folgende Gedanken zu Grunde:

  • Alles, was ein Mensch jemals tut, ist ein Versuch, Bedürfnisse zu erfüllen.
  • Für alle Beteiligten ist es förderlicher, Bedürfnisse durch Kooperation statt durch Konkurrenz zu erfüllen.
  • Menschen bereitet es von Natur aus Freude, zum Wohlergehen anderer beizutragen, wenn sie das freiwillig tun können.

Beim Kommunizieren mit anderen Menschen und auch mit sich selbst spielen diese 4 Komponenten eine wesentliche Rolle:

  1. Beobachtungen
  2. Gefühle
  3. Bedürfnisse
  4. Bitten

Beobachtungen:
Zuerst sollen wir beobachten, was geschieht, was wir hören, was andere sagen oder tun. Die Kunst dabei ist es, das Beobachtete nicht zu bewerten oder zu beurteilen. Es geht nur darum, das Beobachtete dem Gegenüber zu kommunizieren.

Gefühle:
Im nächsten Schritt geht es darum, die Gefühle, die wir bei der Beobachtung verspüren zu vermitteln.

Bedürfnisse:
Danach geht es darum, die Bedürfnisse, die hinter unseren Gefühlen stecken, auszusprechen.

Bitten:
Im letzten Schritt der Gewaltfreien Kommunikation äußern wir eine Bitte an unser Gegenüber. Sie soll deutlich machen, was unser Gegenüber dazu beitragen kann, unsere Lebensqualität zu verbessern.

Ein einfaches Beispiel:

Beobachtungen:
Ein Vater geht ins Wohnzimmer und teilt seiner Tochter daraufhin mit, dass er mehrere Paar schmutzige Socken von ihr auf dem Wohnzimmerboden liege sieht.

Gefühle:
Weiters erklärt der Vater, dass ihn die schmutzigen Socken am Boden ärgern.

Bedürfnisse:
Er teilt der Tochter mit, dass er in den Räumen, die von der ganzen Familie gemeinsam benutzt werden, mehr Ordnung braucht, um sich wohl zu fühlen.

Bitten:
In einem letzten Schritt bittet er die Tochter darum, ihre schmutzigen Socken in ihr Zimmer oder in die Waschmaschine zu tun.

Dieser Beitrag ist nur eine sehr knappe Einführung in das Thema, gerne werde ich noch öfter/weiter in anderen Beiträgen darauf zurückkommen, vor allem auch, weil ich mich für November bei einer GFK-Fortbildung angemeldet habe, auf die ich mich schon sehr freue…

Genaueres könnt ihr inzwischen im Buch „Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens“ von Marshall B. Rosenberg nachlesen, wenn euer Interesse geweckt wurde!

Advertisements